Endlich schreibe ich wieder eine Rundmail. Die Zeit vergeht recht schnell. In den letzen paar Wochen ist sehr viel passiert.
Ende März war ich für paar Tagen in den Ferien, im Pantanal, dem großen Sumpfgebiet. Ein Abenteuer das ich nie vergessen werde. Wir (unser Praktikums-leiter, eine ehemalige Praktikantin und ihr Mann, ein Zivildienstleistender aus Deutschland und ich) wurden von zwei Brasilianern die dort aufgewachsen sind, durch das Gebiet geführt.
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Es ist jetzt schon mehr als einen Monat vergangen seit ich in Brasilien eingereist bin. Die Zeit vergeht unglaublich schnell, was auch kein Wunder ist, wenn man jeden Tag so viel Neues erlebt. Langeweile habe ich also noch nicht gehabt.
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Ich bin jetzt schon 2 Wochen in Brasilien und so langsam wird es Zeit euch alle an meinen Erfahrungen teil haben zu lassen (Es sind nämlich schon ganz schön viele geworden)
Das mit der Sprache klappt immer besser, da ich den ganzen Tag nichts anderes höre und auch noch mit einer Brasilianerin das Zimmer teil habe ich ja auch gar keine andere Möglichkeit :-) Mit den Kindern ist es ziemlich einfach, sobald man jogar (spielen) versteht und dess dann auch noch macht ist die Welt fast in Ordnung. Mit meiner Zimmerkollegin ist es nicht immer einfach aber wir kommen schon gut miteinander zurecht. Ich empfinde es aber auf jeden Fall als eine Bereicherung, die fremde Kultur so nah und so intensiv zu spüren und zu erleben.
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Nun bin ich schon vier Wochen hier und es gefällt mir sehr gut. Seit einer Woche wohne ich ihn einer Wohnung auf dem Gelände der Kindertagesstätte. Es riecht immer noch recht nach Farbe, aber ich habe mich schon gut eingelebt.
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Nicht alle, die wir letztes Jahr verabschiedet haben, kamen wieder, aber doch immerhin 135 von den 185 Kindern. Da ihre Eltern sie jedes Jahr neu hier in der Kindertagesstätte anmelden müssen, kommt es doch öfter vor, dass die Eltern es vergessen oder es eben doch nicht so wichtig finden, dass ihr Kind im nächsten Jahr wieder die Kindertagesstätte besucht. So sind es am Jahresanfang immer etwas weniger Kinder, als am Jahresende zuvor. Meist wird die Zahl der Kinder aber durch Neuanmeldungen während des Jahres wieder aufgestockt. Dieses Jahr haben wir damit ein bisschen Probleme, weil das Geld für mehr Kinder, durch den schlechten Umtauschkurs des Euro fehlt. Trotzdem wollen wir es irgendwie versuchen wieder mehr Kindern hier einen Platz zu ermöglichen. Dafür brauchen wir jedoch weiterhin viele Gebete und auch finanzielle Unterstützung. Jetzt müssen sich die Kinder nach gut 2 Monaten auf der Strasse wieder an den festen Ablauf und die Regeln der Kindertagesstätte gewöhnen, was nicht immer ganz einfach ist.
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Durch die verschiedenen Kurse haben wir zwei Tagesabläufe, in der Zeit von Lobpreis, Andacht und Aktivitäten in den Sälen haben wir Dienstags und Donnerstags Kurse.
Die KTS (Infos zur Entstehung) liegt im „Parque II“ am Stadtrand von Dourados, im Staate Mato Grosso do Sul. Hier befinden sich ärmere Wohnviertel der Unterschicht.
Die Eltern haben oft eine schlechte Schulbildung und finden selten eine gute Arbeit. In vielen Fällen müssen Vater und Mutter den ganzen Tag arbeiten. Oft hat der Vater die Familie verlassen.
Die Kinderhorte funktionieren nur für Kinder bis sechs Jahre. Da die Kinder hier nur einen halben Tag in die Schule gehen, hängen sie oft den anderen halben Tag auf der Strasse herum, bis die Eltern von der Arbeit kommen. Diesen Familien und Kindern wollen wir helfen
In der KTS betreuen wir tagsüber ca. 190 Kinder. Die eine Hälfte besucht am Morgen die städtische Schule, die andere Hälfte wird von uns nach einem festen Stundenplan betreut. Zum Mittagessen haben wir alle Kinder hier. Danach wechseln die Gruppen. Wer am Morgen in der Schule war, ist jetzt bei uns und erlebt in etwa dasselbe Programm.
Wir haben dreizehn festangestellte Mitarbeiter und einige Praktikanten aus Brasilien oder Europa, die uns in dieser Arbeit unterstützen.
Wir bieten den Kindern ausgewogene Ernährung, Aufgabenhilfe, schulischer Stützunterricht, Vermittlung christlicher Werte und Grundsätze durch Andachten, Kurse und Spiele, medizinische Grundversorgung, Kurse von Profis, usw.
Wir unterstützen die Familien durch Beratung in Erziehung, Hilfe bei Anfragen um soziale Unterstützung der Behörde, medizinische Beratung und Grundversorgung durch Ärzte, Eingliederung in spezielle Hilfsprogramme der Stadt, Vermittlung an Kirchgemeinden zur weiteren Begleitung, Beratung und besseren, sozialen Eingliederung.
Wir werden unterstützt durch freiwillige Geld- und Sach-Spenden aus Deutschland, der Schweiz oder Brasilien, von der Stadt Dourados, durch Lang- oder Kurzzeit-Praktikanten aus Brasilien, Deutschland und der Schweizsowie durch verschiedene Gebetskreise.
Ein lauter Schimpfwortschwall dringt aus dem Raum. Ich eile herbei, um zu sehen, was los ist:
Pedro und Renato (Der Fall ist identisch, die Namen sind geändert) haben sich mal wieder in den Haaren. Mit einer Hand am Kragen des "Gegners" und stolz geschwellter Männerbrust schauen sich die beiden 9-jährigen herausfordernd an.
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Auch in diesem Jahr werden wir am Programm zur Ausrottung von Kinderarbeit (PETI) teilnehmen und dabei noch mehr Kinder in diesem Programm betreuen. Es sind Kinder, die normalerweise auf der Straße arbeiten, als Eisverkäufer, Schuhputzer, Autoaufpasser oder auch in anderen gefährlichen Situationen leben.
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